Camille Claudel. Bildhauerin

(Uraufführung)

Ballett von Jutta Wörne
Musik von Claude Debussy, Maurice Ravel u.a.
Choreographie: Jutta Wörne
Bühne: Wolfgang Kurima Rauschning
Kostüme: Udo Herbster

Premiere am 03.04.2009

Eine leidenschaftliche Frau ist einen geraden Weg gegangen. So lange sie es konnte. Das neue Ballett von Jutta Wörne widmet sich Fragmenten aus dem Leben Camille Claudels, eines wahren Genies, dessen Licht dennoch nur zaghaft unter dem Scheffel des großen Auguste Rodin hervorscheint.

13-jährig entschied sie, Bildhauerin zu werden. Ihre Familie ermöglichte ihr eine Ausbildung in Paris. Bald fiel Rodin ihr Talent auf. Camille wurde seine Schülerin, seine Gehilfin, seine leidenschaftliche Muse und Geliebte. Als Künstlerin und als Frau wurde sie bitter enttäuscht. Stand sie, die Rodin so glutvoll inspirierte, mit ihrem Werk immer in seinem Schatten, so war er auch nicht bereit sie zu heiraten, als sie ein Kind von ihm erwartete. Als sie das Kind verlor, trennte sich Camille von Rodin. Doch in ihrer Seele wütete die Leidenschaft und ließ eine innere Trennung nicht zu.

Camille wurde aggressiv, sprach dem Alkohol zu und litt unter Verfolgungswahn. Die Unglückliche wurde 48-jährig auf Wunsch ihrer Mutter in die Nerven-heilanstalt eingewiesen. In Anstalten verbrachte sie – vergessen und ohne auch nur noch ein einziges Werk zu schaffen – die letzten dreißig Jahre
ihres Lebens.

Camille Claudel zeigt mit ihrem Œuvre den Menschen in seiner individuellen Bestimmung und die ihn umgebende zerstörerische Zeit. Liebevoll entwickelt sie ihre Themen und prägt ihr Werk durch Aufrichtigkeit und Spontaneität. Ihr Werk begeistert jene, die in der Kunst nach menschlichen Empfindungen suchen.
Jutta Wörnes neues Ballett ist diesem Credo verpflichtet.

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