Mozart Requiem

(Uraufführung)

Ballett von Jutta Wörne in der St.-Blasii-Kirche
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

Choreographie: Jutta Wörne
Lichtgestaltung: Gerhard Jurkiewicz
Kostüme: Lucia Maria Tunas Castro
Raum: Frank Olle

Premiere am 20. 10. 2006

Das Rätsel, das sich durch den Zusammenfall der anonymen Bestellung eines Requiems bei Mozart mit dessen Tod stellte, der die eigenhändige Vollendung dieses Requiems verhinderte, hat die Wissenschaft inzwischen gelöst.
Die künstlerische Interpretation von Mozarts Requiem d-Moll KV 626 wird dagegen nie zu einem absolut gültigen Ergebnis kommen. Dem steht allein schon die Art und Weise der Vollendung von Mozarts letzter Komposition entgegen. Der „Introitus“ und das „Kyrie“ wurden von Mozart vollständig hinterlassen. Für acht Takte vom „Lacrimosa“, vom anschließenden „Domine Jesum“ und „Hostias“ sind nur Gesangsstimmen und der Instrumentalbass von Mozart ausgeführt, andere Instrumentenstimmen lediglich skizziert. Zum „Dies irae“ gab es Skizzen, die die Richtung erkennen ließen, die Mozart musikalisch geplant hatte. Für vier weitere Sätze allerdings ist heute kein handschriftlicher Nachlass Mozarts nachzuweisen – was nicht heißt, dass der Vollender des Requiems, Franz Xaver Süßmayer, nicht über weitere Skizzen verfügt haben könnte.
Jutta Wörnes Ballettkompanie sucht mit Mozarts Requiem wiederum nach neuen Ausdrucksformen. Schon der Raum ist neu: Die Totenmesse wird bleiben, wo sie hingehört, in der Kirche. Die Nordhäuser St.-Blasii-Kirche wird zum Aufführungsort. Die Choreographin wird die Ehrfurcht vor der Komposition mit der Achtung vor dem geweihten Raum verbinden. Jutta Wörne geht es nicht darum, eine Totenmesse zu zelebrieren, sie setzt sich mit dem Thema des Todes auseinander, möchte entdecken lassen, welche unterschiedlichen Gefühle vom Tod als Teil des Kreislaufes von Werden und Vergehen angesprochen werden, welche Facetten er aufweist. Das Ballett stellt sich dazu der Herausforderung, die verschiedenen musikalischen Stile adäquat tänzerisch zu deuten: gregorianische Melodik, Hymnus und Fuge, innigstes Gebet in solistischen Abschnitten bis hin zu erschütternder Klage und opernhafter Chordramatik.

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