Orpheus und Eurydike

(Uraufführung)

Oper in drei Akten von Christoph Willibald Gluck
Dichtung von Ranieri de Calzabigi

Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde St. Blasii-Altendorf Nordhausen

Musikalische Leitung: Pit Uhden
Inszenierung: Kerstin Weiß
Choreographie: Jutta Wörne
Raum: Frank Olle
Kostüme: Katrin Kammann
Premiere am 06.06.2008

Orpheus, der als betörendster Sänger der antiken Mythologie gilt, hat seine geliebte Frau Euurydike durch einen tödlichen Schlangenbiss an die Götter der Unterwelt verloren. Durch seinen klagenden Gesang stimmt er die Götter milde. Sie gewähren ihm den Zugang zur Unterwelt, um Eurydike zurück zu holen, doch unter einer Bedingung: Beim Hinausgehen darf er sich nicht zu ihr umdrehen. Eurydike jedoch beklagt angesichts des für sie unerklärlichen Verhaltens Orpheus’ solange dessen vermeintlich erkaltete Liebe, bis dieser sich doch umdreht und Eurydike erneut stirbt. Vor Verzweiflung will sich Orpheus das Leben nehmen. Doch Amor hindert ihn und erweckt Eurydike erneut zum Leben.
Griechische Mythologie in einer christlichen Kirche – passt das zusammen? Seit Urzeiten bewegen Menschen die gleichen Fragen an die Welt, die Fragen nach Leben und Tod, überirdischen Mächten, Liebe, Schuld und Vergebung. In allen uns bekannten Religionen entstanden Mythen, die versuchten, Verdeutlichungen, Antworten und Erklärungen zu finden. So ist das Alte Testament eine Sammlung verschiedenster Mythen unterschiedlichen Alters und unterschiedlichster Herkunft. Einige dieser Mythen entstammen nachweislich sogar polytheistischen Religionen und haben sich lange vor der Kanonisierung der jüdischen Thora dem monotheistischen Judentum angepasst, ohne den Kern ihrer Aussage zu verlieren. Diese Mythen zeugen ebenso wie die antike Mythologie bis heute von der Jahrtausende währenden Entstehungsgeschichte unserer Weltvorstellung. Die antiken Mythen stehen daher nicht automatisch in Opposition zum Christentum, sondern stellen religionsgeschichtlich vorchristliche Stadien der Weltanschauung dar und sind somit ein Teil auch der christlichen Entwicklungsgeschichte.
Der intensive Raum der St.-Blasii-Kirche wird es, ähnlich wie bei der Ballett-Produktion RequieMozarTanz, in starker Reduktion und Fixierung auf die Handlung und die handelnden Personen ermöglichen, das Hin- und Hergerissensein Orpheus’ besonders unmittelbar mitzuerleben.

Ballet Director - Choreographer - Artist
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